Ackergauchheil
lat. Bezeichnung: Anagallis arvensis leicht giftig!!!
Volksnamen: Gauchheil, Nebelpflanze, Roter Gauchheil, Weinbergstern, Wetterkraut, Gewitterblume, Faule Liesl
verwendete Pflanzenteile: Kraut ohne Wurzeln
Inhaltsstoffe: Saponine (Cyclymin), Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, ätherisches Öl
Sammelzeit: Juni - Oktober
Eigenschaften: gegen Pilze, nieren- und leberstärkend, schleimlösend, schweißtreibend
Verwendung: Depressionen, Melancholie, Verstimmungen, Schwermut, Epilepsie, Erkältung, Gallensteine (Choletithiasis), Gicht, Grippe, Harnröhrenentzündung, Harnweginfektion, Hautausschlag, Husten, Leber-Erkrankung mit Zerstörung der Leberzellen (Leberzirrhose), Müdigkeit, Erschöpfung, Nasennebenhöhlenentzündung, Nierensteine, Rheuma, schmerzstillend, Splitter rausziehend, Verstopfung, Warzen, Wunden, Zahnschmerzen,
Anwendung:
In der Schulmedizin wird der Gauchheil nicht verwendet.
Früher dagegen wurde der Ackergauchheil gegen sehr viele Erkrankungen wie zum Beispiel gegen Tollwut, Fallsucht, Drehkrankheit bei Schafen verwendet. So stammen sämtliche hier aufgeführten Anwendungen aus dem Mittelalter oder aus noch früheren Zeiten.
Der Ackergauchheil in Wein gesotten soll gegen alle giftigen Wunden und Stiche wirken. Man trinkt den in Wein gekochten Gauchheil und wäscht damit zusätzlich auch die Wunde aus.
Weiterhin
soll der Ackergauchheil Nierensteine zum Abgang bringen, die Leber reinigen und gegen Wassersucht
helfen.
Die Aufkochung als Umschlag oder Kompresse auf Geschwüren und Wunden gelegt, säubert die Wunde, und lässt diese schneller heilen und lindert den Schmerz.
Ein Umschlag oder eine aus Gauchheil hergestellte Salbe (Zugsalbe) zieht auch Splitter und Dornen heraus.
Der Frischsaft soll gegen Viren wirken, Zahnschmerzen lindern, Warzen entfernen und mit Honig gemischt als Kompresse auf die Augen soll er trübe Augen klar werden lassen.
Verwendet wird in der Volksmedizin vorwiegend das frische Kraut, aus dem man Tinkturen, Presssäften und Flüssigextrakte herstellt. Getrocknet findet es nur als Aufguss Verwendung. Die Anwendung des Ackergauchheils geht auf seine Erwähung bei Dioskorides und Plinius zurück.
Rezepte:
Bei akutem Husten und Asthma trinkt man 1 - 2 Tassen Tee über den Tag verteilt. Für den Tee nimmt man 1 Tl. getrocknetes Kraut, übergießt dies mit 1/4 Liter kochendem Wasser und lässt es 10 Minuten abgedeckt ziehen.
Namensentstehung:
Mit dem Wort "Gauch" wurden früher geisteskranke Menschen und Narren,
insbesondere liebestolle Männer bezeichnet.
Den Bauern diente er als Wetteranzeiger. Bei bevorstehendem Regen öffnet er seine Blüten nicht.