Lat. Bezeichnung: Symphythum officinale

Blütezeit: Mai bis Juli
Sammelgut: Wurzel
Sammelzeit: März bis April und September bis Oktober
Dosierung: Soweit nicht anders verordnet: Salben oder andere Zubereitungen zur äußeren Anwendung mit 5-20 % getrockneter Droge; Zubereitungen entsprechend. Die pro Tag applizierte Dosis darf nicht mehr als 100 µg Pyrrolizinalkaloide mit 1,2-ungesättigtem Necingerüst einschließlich ihrer N-Oxide enthalten.
Art der Anwendung: Zerkleinerte Droge, Extrakte, Frischpflanzenpreßsaft für halbfeste Zubereitung und Kataplasmen zur äußeren Anwendung.
Dauer der Anwendung: Nicht länger als 4-6 Wochen pro Jahr.
Der bis zu 1 m hohe Gemeine Beinwell besitzt einen kurzen, kräftigen Erdstock, dessen 1 bis 2,5 cm starken, äußerlichen Wurzeln ungefähr 30 cm in den Boden gehen. Die im oberen Teil verzweigten, aufrechten, fleischigen Stängel werden bis zu 1 m dick. Sie besitzen durch die vollständig herab laufenden, lanzettlich-eiförmigen, 10 bis 20 cm langen und 6 cm breiten Laubblätter 2 bis 3 mm breite Flügel. Die grundständigen und die unteren Blätter besitzen einen 2 bis 10 cm langen, unscharf abgesetzten Stiel, die oberen Blätter sind sitzend. Die Blätter sind vor allem an den unterseits hervortretenden Nerven und an den Stängeln steif-borstig behaart. Die in reichblütigen Doppelwickeln, an den Achseln der oberen Laubblätter stehenden, gestielten, fünfzähligen Blüten besitzen einen 5 bis 7 mm langen, oft bis über die Mitte in lanzettliche Zipfel gespaltenen Kelch. Die rotviolett bis gelblichweiß gefärbte Krone ist eine glockige Röhre, die oben stark erweitert und außen samtigweich behaart ist. Sie besitzt kurze, dreieckige, nach außen hin gekrümmte Zähne und die Krone nicht überragende Schlundschuppen. Die dunkelvioletten Staubbeutel sind fast immer länger als die Staubfäden. Der kahle Griffel ragt aus der Krone heraus. Die oberständigen Fruchtknoten bilden 4 Klausen mit jeweils einem 4 bis 5 mm langen, graubraunen Nüßchen.
Rezepte
Frisch gesammelte Beinwellwurzelstücke werden gut gereinigt. Dabei vorsichtig vorgehen, da sie sehr spröde ist und leicht zerbricht. Sie wird ganz fein geschnitten und in reinem Schweinefett aufgekocht. Noch heiß durch ein Leinentuch sofort in die Salbenbehälter filtern und abkühlen lassen. (Sollten Sie Glasbehälter verwenden bitte auf Hitzebeständigkeit prüfen) Gut verschließen.
Hält ca. 1 Jahr. Nicht in Metallgefäßen aufbewahren.
Zur Behandlung schlecht heilender Wunden, Verletzungen, Zerrungen, Verstauchungen
100g Beinwellwurzel in einem Liter Wasser etwa 10 min lang kochen, danach abseihen. Mit der Flüssigkeit werden warme Umschläge gemacht.
Haarspülung
aus Beinwellwurzel oder/und -blättern
Geben Sie etwa 2 Esslöffel voll Pflanzenteile in einen Topf, übergießen mit 1/4 Liter Wasser und köcheln das Ganze 5 - 10 Minuten; dann absieben und etwas abkühlen lassen.
In dieser Zeit waschen Sie sich die Haare mit einem milden Naturshampoo, bringen danach die Spülung auf, massieren gründlich ein und lassen sie unter einem Handtuch etwa 15 Minuten einwirken. Wenn Sie sehr trockene Haare und Kopfhaut haben, wird die Beinwell-Spülung vermutlich vollständig aufgenommen. Ansonsten waschen Sie einfach nochmals mit klarem Wasser aus.
Beinwellwurzelumschlag

als Wundauflage
Zerkleinern Sie eine frische Wurzel durch Reiben, Zerstoßen oder Walzen. Es entsteht ein Pflanzenbrei, den Sie in einer Schicht von ca. 0,5 cm auf eine Kompresse oder ein Stück Leintuch streichen und dann auf die Wunde auflegen. Einige Stunden oder über Nacht einwirken lassen. Wenn Sie keine frischen Wurzeln haben, können Sie alternativ in der Apotheke Beinwell-Wurzelpulver kaufen und diesen mit heißem Wasser zu einem dicken Brei verrühren.
Wichtig: Beinwellpräparate sollten nur auf gereinigte Wunden aufgetragen werden, damit es nicht zur Entzündung kommt, denn bei tiefen Wunden kann die äußerliche Anwendung von Beinwell dazu führen, dass sich bereits Gewebe über der Wunde bildet, bevor sie in tieferen Schichten ausgeheilt ist.
Beinwellsuppe Für zwei Personen
4 große Beinwellblätter, 2 mittelgroße Kartoffeln, 1 Stange Bleichsellerie, 1/2 Zwiebel, 1/2 l Gemüsebrühe, 1/2 Becher süße Sahne, 1/2 Becher Crème fraìche`, Salz, Pfeffer, gehackte Petersilienblätter
Gemüse klein schneiden und in der Gemüsebrühe weich kochen. Das Gemüse durch ein Sieb streichen und nochmals ganz kurz mit etwas Wasser erhitzen. sahne und Crème fraìche einrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Petersilie bestreut servieren.