Berufkraut, einjähriges

lat. Bezeichnung: Erigeron anuus

 

Volksnamen: Dürrwurz, Greisenblume, Hexenkraut, Feinstrahl, weißes Berufkraut

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, ätherisches Öl, Flavonoide, Cholin

Wirkungsweise: adstringierend, harntreibend, schleimlösend, schweisstreibend, tonisierend, entzündungshemmend. blutstillend

verwendete Pflanzenteile: obere Pflanzenteile von Juni bis September

 

Anwendungsgebiete: Husten, Erkältungen, Halsentzündungen, Mundschleimhautentzündungen, Fieber, Rekonvaleszenz, Durchfall, Nierenschwäche, Rheuma, Gicht, Ödeme, Hautentzündungen, Ekzeme

 

Anwendung:

Die Essenz, das Öl oder der Pflanzensaft werden in der Volksmedizin innerlich und äußerlich zur Blutstillung angewendet. Das Öl (Blüten in Olivenöl ansetzen) wird äußerlich auch bei Hämorrhoidalbeschwerden verwendet.

Bei den Indianern war das Kraut zur Unterstützung der Durchblutung der Venen und Kapillaren sehr beliebt.

 

Geschichtliches

Früher wurde das einjährige Berufkraut, wie auch das Christophskraut, die Dürrwurz, Frauenflachs, Kreuzkraut, Sumpfschatgarbe, Wundklee und Ziest, als Mittel gegen Verzauberung und bösen Blick verwendet. Der Name bezieht sich auf die Vorstellung, man könne sich mit ihrer Hilfe vor dem "Berufen" ("Beschreien") durch Hexen und Zauberer schützen.

Vor allem Säuglinge sollten durch Bäder mit dem Tee vom einjährigen Berufkraut vor bösen Mächten geschützt werden. Wenn Babys viel schrieen glaubte man früher nämlich, sie wären beschrieen oder berufen, was auch zum Namen der Berufkräuter führte.

Auch zur Überwindung von Hindernissen und für andere Zwecke wurde das einjährige Berufkraut in der Magie eingesetzt.

Zur Heilung von Verrücktheit wurde früher empfohlen, das einjährige Berufkraut vor die Stirn zu binden.

Außerdem wurde das einjährige Berufkraut und seine Gattungsbrüder früher zum Vertreiben von Flöhen verwendet, was ihm auch seinen englischen Namen "Fleabane" (= Floh-Verbanner) eingebracht hat.

 

 

 

Berufkraut, Kanadisches

lat. Bezeichnung: Erigeron canadensis

 

Volksnamen: Greisenblume, Hexenkraut, Kanadische Dürrwurz, Berufskraut

Inhaltsstoffe: Gerbstoff, ätherisches Öl, Flavone, Cholin, Citronellal, Linalol, Kaffeesäure, Beta-Sitosterol

Wirkungsweise: adstringierend, blutstillend, harntreibend, tonisierend

verwendete Pflanzenteile: Blätter während der Blüte, blühende Sproßspitzen

Sammelzeit: Juli - Oktober

 

Anwendungsgebiete: Durchfall, Thyphus, Hämorrhoiden, Magen-Darm-Blutungen, Rheuma, Gicht, Blutzucker senkend, bei zu starker Menstruation, die Menstruation fördernd, Wechseljahrsbeschwerden, Nasenbluten, Blasenentzündungen Mundschleimhautentzündungen, Zahnfleischbluten, Zahnfleischentzündungen, Wurminfektionen

 

Kanadisches Berufskraut zählte zu den wichtigen Heilpflanzen der Indianer in Nordamerika.

 

Berufkraut-Tee

Einen gehäuften Teelöffel Berufkraut übergießt man mit einer großen Tasse kochendem Wasser und lässt ihn 10 Minuten ziehen. Bei Bedarf täglich 2-3 Tassen ungesü0t trinken.

Wirksamer bei Durchfall sind die Heidelbeeren oder Blutwurz

 

Den Tee oder die Tinktur kann man mit gutem Erfolg auch bei Wechseljahresbeschwerden anwenden, da die Pflanze Phythoöstrogene enthalten.

 

Rezept gegen Gebärmutterblutungen aus homöopathischen Tinkturen

Arnica D2, China D2, Erigeron D1, Geranium D1, Hamamelis Urtinktur, Millefolium Urtinktur, Secale cornutum D3, Bursa pastoris D2, Ustilago Urtinktur, Trillium pendulum Urtinktur

zu gleichen Teilen mischen und mehrmals täglich 15-20 Tropfen

 

Verwendung in der Küche:

Zur Verfeinerung von Salaten und Suppen

 

Zur Namensentstehung:

Als Berufkräuter bezeichnet man Pflanzen, die benutzt wurden, um vor bösen Geistern zu schützen. Vor allem bei Neugeborenen hatte man früher Angst, dass sie von bösen Mächten beschrieen oder berufen würden. Dies äußerte sich darin, dass die Säuglinge viel schrieen.

Zur Bekämpfung solcher "Verhexungen" wurden die Berufkräuter in die Wiege gelegt oder gehangen, oder es wurde ein Tee aus den Kräutern als Badezusatz verwendet.