Brombeere

lat. Bezeichnung: Rubus fruticosus L.

 

Volksnamen: Bramel, Feldschwarzbeere, Frombeere, Hirschbollen, Hundsbeere, Kroatzbeere, Schwarze Haubeeren, Moren, Rahmbeere

Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Früchte

Inhaltsstoffe: Blätter: reich an Gerbstoffen, enthalten Flavone, Anthocyanidine, Spuren von ätherischem Öl und organische Substanzen

Früchte: Vitamin A und C, auch kleinere Mengen Ellagsäure, Kalium, Magnesium und Kupfer

Sammelzeit: Blätter: Die Triebspitzen und Blätter der jungen Triebe von Mai bis September.

Beeren ab Ende August.

Wirkungsweise: Blätter: stopfend, zusammenziehend, blutreinigend, entzündungswidrig

Früchte: Die Beeren sind stärkend, erfrischend und belebend.

 

Verwendung als Lebensmittel

Die Pflanze ist wegen ihrer Früchte beliebt als Gartenpflanze. Die durch ihren hohen Vitamingehalt äußerst gesunden Früchte werden häufig roh verzehrt oder aber auch beispielsweise als Marmelade, Gelee, Kompott oder Saft vielfältig in der Küche verwendet. Aus dem Saft der Früchte lassen sich Wein und Schnaps herstellen.

 

Aus den Blättern vor allem der Triebspitzen kann durch Fermentierung ein wohlschmeckender Tee gewonnen werden. Die Blätter sind, wie auch bei der Himbeere, der Teil, der die Heilpflanze ausmacht.

 

Verwendung als Heilpflanze

Der aus den Blättern bereitete Tee wird bei Magen-Darmkatarrhen verabreicht. Die Früchte wirken harntreibend. Man sagt ihm eine allgemein blutreinigende und blutzuckersenkende Wirkung nach; außerdem soll er harn- und schweißtreibend wirken Zahnfleischentzündungen können damit behandelt werden. Brombeeren fördern die Blutbildung und helfen bei Verdauungsschwäche und Fieber. Brombeersaft ist, leicht angewärmt und in kleinen Schlucken getrunken, ein vorzügliches Mittel bei Heiserkeit und überanstrengter Stimme. Der Aufguss mit Brombeerblättern soll als Gurgelmittel bei akuten Halsschmerzen helfen.

 

Die frühere Verwendung der Wurzel als Heilmittel ist unbewiesen und nicht mehr gebräuchlich.

 

Verwendung als Farbstoff

Brombeere ist ein altes Färbemittel für graue und braune Farbtöne; Brombeerblätter wurden außerdem in der Lederherstellung verwendet. Zum Färben kann man getrocknete Blätter verwenden; besonders geeignet sind aber die frischen Triebe, die im April direkt aus dem Boden hervor wachsen und dann noch ganz weiche Stacheln haben

 

Namensherkunft / Geschichte

"Brombeere" - auch "Schwarzbeere oder Kratzbeere" genannt - ist eine Variation des altdeutschen Wortes für "Dornbeere" (bramo-beri). Die Brombeere war dem Menschen bereits im 9. Jh. v. Chr. (Jungsteinzeit) als Nahrungsmittel bekannt. Später, zur Zeit von Hippokrates im 4. Jh. v. Chr., wurde die Brombeerpflanze auch in der Medizin verwendet. Ihrer große Widerstandsfähigkeit verdankt die Brombeere die Tatsache, dass sie viel später allmählich als Gartenpflanze akzeptiert wurde, zunächst jedoch nur an den unfruchtbarsten Stellen angepflanzt wurde. Erst im 19. Jh. wurde die Brombeere gezielt in größerem Umfang kultiviert.

 

 

Rezepte

 

Tee aus fermentierten Brombeerblättern

als Schwarzteersatz, als Morgentee, als Durstlöscher, in selbstausgetüfteltem Eistee.

Zubereiten wie Schwarztee, mit wenig Zucker und ohne Milch.

Frisch gepflückte Brombeerblätter:

Zum Pflücken möglichst eine Schönwetterperiode abwarten, denn das Fermentieren gelingt nur mit Wärme. Mit der Schere die zarten Triebspitzen und die äußersten 2-3 Blattstände abschneiden und in einem Korb sammeln. Die Triebe wachsen immer nach, bis im Herbst können zarte Blätter gesammelt werden.

Die frisch gepflückten Blätter ausgebreitet einen Tag lang auf einem Tuch ausgebreitet im Schatten antrocknen lassen, dann mit einer Schere in Streifen schneiden. Mit Wasser fein besprühen und mit dem Wallholz flach rollen, so dass sie feucht werden. Die befeuchteten Blätter mit einigen ungespritzten Zitronenschalenstücken auf einem alten Tuch ausbreiten, das Tuch von allen Seiten her einschlagen und satt einrollen. In einen Plastikbeutel legen und gut verschließen. 3-4 Tage an einem warmen, sonnigen Platz liegen lassen, wobei sich die Blätter dunkel färben und leicht gären (fermentieren). Das herrlich duftende Paket öffnen, die Blätter auseinanderzupfen und schonend auf dem Dörrex oder im Schatten trocknen und in Gläsern lagern.

 

Waldtee

als Schwarzteersatz, als Durstlöscher, besonders im Winter zum Genießen. Nach Belieben mit wenig Waldhonig süßen.

Vom Frühjahr bis Ende Sommer auf Waldspaziergängen duftende Blätter und Blüten sammeln, welche uns begegnen und welche wir sicher erkennen.

Geeignet sind fermentierte Brombeerblätter (die schmecken einfach viel besser), Huflattichblüten, Schlüsselblumen, Waldmeister, Holunderblüten, Goldnessel, Rotkleeblüten, Majoranblüten (Dostblüten), Erdbeerblätter, ev. wenig Mädesüßblüten.

Die gesammelten Blätter und Blüten locker ausgebreitet auf ein Tuch legen. Am Schatten schonend trocknen. Allenfalls fermentierte Brombeerblätter zugeben. Zusammen in einem Glas aufbewahren und bei Bedarf damit Tee zubereiten

 

Brombeerlikör

500 g reife Brombeeren vom Garten oder vom Wald

5 dl Wodka oder Kernobst (Bätzi, Träsch), 1/2 Liter Rotwein, 300 bis 500 g Rohzucker oder Kristallzucker (je nach gewünschter Süße)

Die ersten beiden Zutaten in ein Einmachglas füllen, verschließen und während 4-6 Wochen bei Raumtemperatur oder im Halbschatten stehen lassen, filtrieren.

Zutaten 3 und 4 aufkochen, erkalten lassen, mit 1. mischen, in saubere, ausgekochte Fläschchen füllen.

Variante: Zubereitung mit Himbeeren, roten oder schwarzen Johannisbeeren.

Brombeerlikör

2 kg Brombeeren, 10  Brombeeren - Blätter, 2 Stange/n Zimt, 3  Gewürznelken, 750 g Zucker, 1 Liter Kirschwasser oder Himbeerbrand

Die Brombeeren mit einem Kochlöffel in einer Schüssel zerdrücken, die restlichen Zutaten dazugeben und das Ganze zugedeckt 6 Wochen stehen lassen. Den Brei durch ein Sieb abseihen und den Likör in Flaschen füllen.

 

Brombeerlikör mit Sternanis

250 g Brombeeren, 200 g Zucker, gestoßenen braunen Kandis, 3 Stück Anis (Sternanis), 1 Flasche Rum, weißen (Bacardi oder No-Name)

Alles in eine große verschließbare Flasche, z.B. Punika Flasche, geben. Den "angesetzten" ca. 4 Wochen an einen likörtauglichen (warm und sonnig z.B. Fenster) Ort stellen und ab und an mal drehen. Viel Spaß beim verköstigen!

 

Topfenknödel mit Zwetschken - Brombeer - Röster

2  Eier, 25 g Butter, halbflüssig, 350 g Quark (Topfen), 75 g Kuchen (Brioche), geriebene, 2 EL Puderzucker,  Salz, Zitrone(n),   Rum

Eier mit dem Topfen und den Puderzucker schaumig rühren. Nach und nach die Butter und die Aromaten (Salz, Zitrone, Rum) beimengen, die Brioche locker untergeben und ca. 1 Stunde im Kühlschrank rasten lassen. Danach Knödel formen und im leicht gezuckertem Wasser langsam (ca. 15 Min.) ziehen lassen.

 

200 g Butter, 100 g Nüsse, gerieben, 100 g Mandeln, gerieben, 50 g Semmelbrösel, Puderzucker, Zimt

Inzwischen die Butter erhitzen und darin die Nüsse, Mandeln und Semmelbrösel kurz in anrösten und mit Zucker und Zimt abschmecken. Die fertigen Knödel abseihen und in den Bröseln wälzen.

 

1 kg Pflaumen (Zwetschken), 125 ml Wein, rot, 500 g Brombeeren,  Zucker, nach Geschmack

Für den Zwetschken-Brombeer-Röster: Die Zwetschken waschen, halbieren und entkernen. 1/3 der Zwetschken mit Rotwein und Zucker nach Geschmack weich kochen und durch ein Sieb passieren. Mit den restlichen 2/3 nochmals aufkochen und vor dem Kaltstellen die Brombeeren unterheben.

 

Gurgelwasser

bei Hals-, Zahnfleisch- und Mandelentzündung, Zahnfleischbluten.

eine Handvoll frische oder eine halbe Handvoll getrocknete Brombeerblätter

Am Morgen die frischen oder getrockneten Brombeerblätter mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und absieben. In einem gedeckten Glas aufbewahren und während des Tages möglichst oft damit gurgeln oder spülen.

 

Brombeer - Tarte

300 g Mehl, 1 TL Backpulver, 100 g Butter (Süßrahmbutter), 140 g Zucker, 2  Eier, 1  Eigelb, 50 g Mandeln, Blättchen

Aus Mehl, Backpulver, Butter, Zucker und zwei Eiern einen Mürbteig kneten. Teig in Frischhaltefolie wickeln und im Kühlschrank eine halbe Stunde ruhen lassen.

 

Für die Creme:

200 g Brombeeren, 100 g Zucker, 3  Eier, 50 g Butter (Süßrahmbutter), 4 EL Sahne, Puderzucker, Wasser

Für die Creme 125 g Brombeeren abwiegen, im Mixer oder mit dem Pürierstab fein zermahlen und durch ein Sieb streichen. Brombeerpüree mit Zucker, Eiern, Süßrahmbutter und Sahne mischen.

 

Mischung in einen kleinen Topf geben. Topf in einen größeren Topf stellen, der zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Wenn das Wasser kocht, erhitzt sich die Creme im kleinen Topf ohne anzubrennen. Creme so lange erwärmen, bis sie eindickt. Häufig umrühren und anschließend kühl stellen.

 

Backofen auf 180°C vorheizen. Zwei Drittel des Teiges ausrollen. Eine Quicheform fetten. Mit dem Teig auslegen. Creme auf dem Teig verteilen. Restlichen Teig rund ausrollen, Creme damit zudecken und an den Rändern leicht andrücken. Eigelb mit 2 EL Wasser verquirlen. Kuchen damit bestreichen und mit Mandelblättchen bestreuen. Im Backofen 45 Minuten backen.

Kuchen abkühlen lassen. Mit Puderzucker bestäuben und mit Brombeeren dekorieren.

 

Magentee

Brombeer-Himbeerblättermischung 10g, Kamillenblüten 10g, Pfefferminze 10g

Jeweils 1-2 Tl der Drogen mit 1/4l kochendem Wasser übergießen, 10min stehen lassen, abseihen

 

Haustee

Brombeer-Himbeerblättermischung 10g, Huflattichblätter 10g, Lindenblüten 10g

Beseitigt Magenschmerzen und Übelkeit, behebt Blähungen, Durchfall.

Zubereitung wie obiger Magentee