Eisenkraut
lat. Bezeichnung: Verbena officinalis
Volksnamen: Verbena, Druidenkraut, Eisenhart, Heiligkraut, Hahnenkopf, Katzenblut, Junotränen, Merkurblut, Richardskraut, Sagenkraut, Stahlkraut, Taubenkraut, Venusader, Wundkraut
verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut
Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Glykoside, Verbenalin, Verbenin, ein Alkaloid, Aucubin, Bitterstoffe, Alpha-Sitosterol, Gerbstoff, Gerbsäure, Kieselsäure, Schleim
Sammelzeit: Juli / August
Eigenschaften: adstringierend, anregend, antibakteriell, blutreinigend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schmerzstillend, schweißtreibend, tonisierend
Anwendungsgebiete: Husten, Bronchitis, Halsschmerzen, Mandelentzündung, Fieber, Leberschwäche, Gallenschwäche, Milzerkrankungen, Blutarmut, Rheuma, Gicht, Menstruation fördernd, Wechseljahrsbeschwerden, Migräne, Nervosität, Augenentzündungen, Ekzeme, Geschwüre und Furunkel.
Wirkung von Eisenkraut und Anwendung:
Das Echte Eisenkraut wird als Grundlage für kosmetische Produkte, als Tee und als alkoholisches Getränk angeboten. Vom Namen her wird es oft mit der ebenfalls zur Familie der Eisenkräuter zählenden Zitronenverbene verwechselt (Lippia citriodora), die häufig unter der irreführenden Bezeichnungen "Eisenkraut, duftend" in den Handel kommt. Eine Unterscheidung ist durch Geruch und Geschmack möglich. Während die Zitronenverbene intensiv nach Zitrone duftet und schmeckt, riecht das Echte Eisenkraut eher unauffällig und enthält viele Bitterstoffe.
Das Eisenkraut hat vor allem in der Pflanzenheilkunde eine lange Tradition, die bis ins Altertum zurückreicht. Es wurden ihm insbesondere harntreibende, Gallenfluss anregende und antirheumatische Wirkungen nachgesagt. Als Inhaltsstoffe konnten die Iridoid-Glykoside Verbenalin, Hastatosid und neben einer Reihe anderer Verbindungen auch Verbascosid nachgewiesen werden. Eisen enthält die Pflanze allerdings nicht. Trotz mehrfacher pharmakologischer Untersuchungen aller bekannten Inhaltsstoffe konnte eine eindeutige pharmazeutische Wirkung nicht gesichert nachgewiesen werden. Deshalb werden Eisenkrautpräparate heute, wenn überhaupt, nur noch in der Volksmedizin eingesetzt.

Eisenkraut begleitet die Menschheit schon seit Urzeiten. Es ist als Kulturbegleiter seit der Jungsteinzeit in der Nähe von menschlichen Siedlungen nachweisbar. Den Kelten galt Eisenkraut als heilige Pflanze. Ebenso wurde es in indogermanischen Zeremonien und zur Reinigung von Opfersteinen und Altären genutzt. Auch bei den Griechen und den Römern stand die Pflanze in hohem Ansehen und war der Aphrodite bzw. ihrem römischen Äquivalent der Venus geweiht. Man verwendete Eisenkraut bei der rituellen Reinigung von Tempeln und Diplomaten trugen es als schützendes Symbol bei der Aushandlung von Verträgen.
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