Gänsefingerkraut

lat. Bezeichnung: Potentilla anserina

 

Volksnamen: Anserine, Silberkraut, Gänserich, Gänsekraut, Krampfkraut, Fingerkraut

verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut

Inhaltstoffe: Gerbstoffe, Bitterstoff, Tormentol, Flavonoide, Tannine, Amine, Kalzium

Sammelzeit: Mai-  August

Eigenschaften: krampflösend, entzündungswidrig, zusammenziehend, wundheilend

Anwendungsgebiete: Magen-Darm-Katarrh, Darmentzündungen, Koliken, Ruhr, Menstruationsschmerzen, Weißfluß, Muskelkrämpfe, krampfartige Herzschmerzen

 

Sammeltipps

Vom blühenden Kraut sammelt man die Blätter oder das ganze Kraut samt Blüten und Trieben von Mai bis August.

Das Sammelgut wird zügig im Schatten an luftiger Stelle getrocknet.

Im Frühjahr oder Herbst kann man auch die Wurzeln des Gänsefingerkrautes sammeln.

 

Pflanzenbeschreibung

Das Gänsefingerkraut ist in ganz Europa heimisch. Es kommt auf der gesamten Nordhalbkugel vor.

Bevorzugt wächst es auf nahrhaftem, verdichtetem Boden. Daher ist das Gänsefingerkraut auch auf dem Gänseanger sehr verbreitet, denn durch die Ausscheidungen der Gänse ist der Boden gut gedüngt und mit ihren breiten Füssen treten sie den Boden platt, so dass er gut verdichtet ist.

Auch an Wegrändern, neben Feldern und auf grasigen Waldplätzen findet man die trittfeste Pflanze oft.

Im Unterschied zu anderen Fingerkräutern hat das Gänsefingerkraut nicht nur fünf Blätter-Lappen, sondern auch Blätter mit sieben bis zu über zwanzig Lappen.

Rosettenartig wachsen die Blätter aus dem Boden, die Ränder sind gesägt. Auf der Oberseite sind die Blätter glänzend grün und vereinzelt haarig, die Unterseite der Blätter ist silbrig und behaart.

Aus den Rosetten treiben im Laufe des Jahres bis zu ein Meter lange Ausläufer aus, die an Knotenpunkten neue Blätter und zusätzliche Wurzeln treiben. Durch diese Ausläufer verbreitet sich das Gänsefingerkraut recht zügig, so dass sich auf diese Weise oft dichte Teppiche aus Gänsefingerkraut bilden.

Aus den Knotenpunkten wachsen auch die gelben Blüten.  Nachts schließen sich die Blüten, bei Regen schließen sie sich zur Hälfte.

 

In der Heilkunde wird es vorwiegend gegen Krämpfe aller Art eingesetzt und zwar besonders gern in Milch abgekocht. Außerdem kann man die Blätter und Wurzeln des Gänsefingerkrautes als Wildgemüse kochen.
 

Anwendung

Krampflösend

Die Hauptwirkung des Gänsefingerkrautes ist das Lösen von Krampfzuständen, vor allem im Bereich der glatten Muskulatur, also bei allen unwillkürlich arbeitenden Muskeln, wie Verdauungsorgane, Gebärmutter usw. Daher kann man es überall dort einsetzen, wo sich etwas verkrampft, beispielsweise Darmkrämpfe, Periodenkrämpfe, aber auch Wadenkrämpfe und krampfartiger Husten.

Auch verkrampfte Blutgefässe entkrampfen sich durch Gänsefingerkraut, weshalb man es gegen Angina Pectoris versuchen kann.

Entzündungshemmend und schmerzstillend

Außerdem wirkt das Gänsefingerkraut beruhigend, entzündungshemmend und schmerzstillend, was seine Einsatzmöglichkeiten noch mehr erweitert.

Man kann es beispielsweise gegen Halsentzündungen und Magenschleimhautentzündungen verwenden. Reizmagen-Beschwerden können jedoch seltsamerweise verstärkt werden.

 

 

Rezepte

 

Küche

Die Blätter können zusammen mit anderem Wildgemüse gekocht werden.

Auch die Wurzel kann man als Gemüse kochen.

 

Tee

Für all die oben genannten Einsatzgebiete kann man das Gänsefingerkraut als Tee trinken. Dazu nimmt man einem Teelöffel Gänsefingerkraut pro Tasse und übergießt dieses mit kochendem Wasser. Auch Teemischungen mit Gänsefingerkraut sind bekannt und beliebt

 

Gänsefingerkraut-Milch

Mit dem Gänsefingerkraut kann man auch einen Milch-Aufguss zubereiten. Dazu wird das Gänsefingerkraut mit sehr heißer Milch übergossen und schluckweise heiß getrunken. In der Mich können sich die fettlöslichen Bestandteile besser lösen, als in einem normalen Tee. Schon Pfarrer Kneipp kannte und schwor auf Gänsefingerkraut-Milch.

 

Wurzel kauen

Bei Zahnfleischentzündung wurde früher die Wurzel des Gänsefingerkrautes gekaut.

 

Äusserlich

Als Waschung, Umschlag oder Teilbad kann man Gänsefingerkraut-Tee auch zur Behandlung von entzündeten Wunden, Furunkeln und Sonnenbrand verwenden. Als Sitzbad ist er bewährt gegen Ausfluss bei Frauen einsetzen.

 

Tierheilkunde

Das Gänsefingerkraut ist auch eine bewährte Heilpflanze in der traditionellen Tierheilkunde. Es wird hauptsächlich gegen Koliken gegeben und bei Problemen mit dem Wiederkäuen.