Giersch

 

lat. Bezeichnung: Aegopodium podagraria

Pflanzenfamilie: Doldenblütler (Apiaceae)

Volksnamen: Dreiblatt, Erdholler, Giersch, Geißfuß, Hinfuss, Podagariakraut, Podagrakraut, Podagrakraut, Zaun-Giersch, Zaungiersch, Zipperleinskraut

Sammelzeit: April bis Juli

verwendete Pflanzenteile: Blätter

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Chlorogensäure, Cumarine, Flavonolglykoside, Harz, Hyperosid, Isoquercitrin, Kaffeesäure, Kalium, Phenolcarbonsäuren, Polyine, Vitamin C

 

Anwendung:

Der Giersch ist neben der Brennnessel eines unserer ältesten Wildkräuter und Wildgemüse.

Die Gierschblätter haben einen würzigen Geschmack, sie können wie Spinat zubereitet werden.

Die jungen, zarten Blätter verfeinern Salate, Pesto, Kräutersuppen oder Kräuterquark und sind reich an Kalium und Vitamin C, Karotin und Eisen. Traditionell gehört der Giersch in die Gründonnerstagsuppe.

Auch die Samen lassen sich als Würzmittel einsetzen.

Sein Heilkraft entfaltet der das sogenannte "Zipperleinkraut" als Tee gegen Rheuma, Gicht und Arthritis, es wirkt außerdem krampflösend, entgiftend und blutreinigend.

 

Gründonnerstagssuppe = Die grüne Neune

Die Suppe aus neunerlei Kräutern gab es schon bei unseren Vorfahren, den Germanen und Kelten. Dreimal drei Zauberpflanzen.
Sie sollten den Winter aus dem Körper der Menschen vertreiben und ihnen Gesundheit und Kraft für das neue Jahr bringen. Heute wissen wir, wie heilkräftig diese ersten wilden Kräuter sind, Dank dem wissenschaftlichen Fortschritt.
Im Mittelalter übernahmen die Christen diesen Brauch, allerdings um mit der leicht bitteren Suppe an das Leiden Christi in der Karwoche zu erinnern.
Es gibt aber nicht "das eine" Rezept, sondern ganz viele, weil in jeder Gegend andere Kräuter wachsen. Am Besten nutzt man das Pflanzenangebot rund um seinen Wohnort.

 

1 Esslöffel Öl

1 Zwiebel

500 Gramm Kartoffeln

1 Liter Wasser

Salz, Pfeffer, Muskat, Würze nach Geschmack

2 Tassen Milch oder 1 Tasse Sahne

 

Kräuter:
je 2 Handvoll Brennnessel, Giersch, Melde, Spitzwegerich, Bärlauch, Sauerampfer, Wegerich, Gänseblümchen, Vogelmiere, Weidenröschenrosetten oder -sprossen, Löwenzahnblätter, Gundermannblätter und -blüten

 

Das Öl im Topf erhitzen und Zwiebel klein hacken, anschwitzen. Kartoffeln klein würfeln, ebenfalls kurz anschwitzen, Wasser zugeben.

Nach 5 Minuten die Wildkräuter klein hacken und zugeben.

Alles leise köcheln lassen, mit Salz, Pfeffer, Muskat und Pflanzenwürze abschmecken, zum Schluss Milch oder Sahne zugeben.