Himbeere

Lat. Bezeichnung: Rubus idaeus

 

Volksnamen: Hohlbeere, Katzenbeere, Madebeere, Waldhimbeere, Rutzelbeere, Mollbeere

Inhaltsstoffe: Blätter: Gerbstoffe, Früchte: Aromastoffe, Fruchtsäuren, B-Vitamine, Provitamin A, Mineralstoffe (Kalium, Phosphor, Calcium, Eisen, Magnesium), Ellagsäure

Früchte: Vitamin B, Provitamin A, Fruchtsäuren, Mineralsstoffe (Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Kalzium), Aromastoffe

Wirkung: entzündungshemmend, schweisstreibend

Verwendete Pflanzenteile: Junge Blätter, Früchte

Sammelzeit: Mai - September

 

Standort:

sonnig bis halbschattig, feuchte, nährstoffreiche Böden, stickstoffliebend

Die Himbeere bevorzugt halbschattige Lagen, z.B. Waldlichtungen oder Waldränder mit nährstoffreichen Böden, wobei anzumerken ist, dass erschwerte Lebensbedingungen das Aroma der Frucht steigern.

 

Verwertung

Die Pflanze ist eine wegen ihrer Früchte beliebte Gartenpflanze. Die durch ihren hohen Vitamingehalt äußerst gesunden Früchte werden häufig roh verzehrt oder beispielsweise als Marmelade, Gelee, Kompott oder Saft vielfältig in der Küche verwendet. Beliebt ist auch Vanilleeis mit heißen Himbeeren, die außerhalb der Saison meist aus der Tiefkühltruhe stammen. Im Gegensatz zu einigen anderen Beeren behalten Himbeeren beim Backen ihr Aroma, weswegen sie sich in Käsekuchen sehr gut machen. Aus den Blättern vor allem der Triebspitzen kann ein wohlschmeckender Tee aufgebrüht werden. Diese Blätter haben auch Heilwirkung.

 

Die in Himbeeren enthaltene Ellagsäure gilt als potenzieller Wirkstoff gegen Krebserkrankungen; die Tatsache, dass synthetisch hergestellte Ellagsäure eine geringere Wirksamkeit zeigt, weist auf ein mögliches Zusammenspiel mit anderen Bestandteilen der Beeren hin. Trotz der quantitativ höchsten Konzentration unter allen Obst- und Gemüsesorten scheint die Ellagsäure-Menge alleine jedoch auch in Himbeeren zu gering zu sein, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen.

 

Namensherkunft

Der Name der Himbeere (durch Lautangleichung hervorgegangen aus der althochdeutschen Bezeichnung Hintperi) leitet sich aus der altnordischen und angelsächsischen Vokabel hind (Hirschkuh) ab, bedeutet also Beere der Hirschkuh.

Der lateinische Name Rubus "idaeus" entstand aus der Legende, dass Himbeeren zuerst am Berg Ida auf Kreta, Griechenland kultiviert wurden und von dort den Römern bekannt wurden.

 

Geschmack und Verwendung in der Küche:

Wie bei der Brombeere können auch von der Himbeere gleichermaßen Früchte und Blätter verwendet werden. Die Früchte schmecken frisch als sommerliches Beerenobst, sie können aber auch zu leckeren Marmeladen, Gelees, Säften oder Likören verarbeitet werden. Bekannt ist auch Himbeersirup, der zur Herstellung erfrischender Getränke genutzt wird, oder Himbeerkompott. Aus Himbeerwein gebrannter Schnaps, der Himbeergeist, heizt an kühlen Winterabenden ein. Aber nicht nur die Früchte, sondern auch die Blätter finden in Küche und Hausapotheke Verwendung. Gemischt mit z.B. Pfefferminzblättern, Brombeer- und Erdbeerblättern, Melissenkraut, Hagebuttenschalen u.a. entsteht ein köstlicher Haustee, der warm wie kalt ein idealer Durstlöscher sein kann.

 

Wirkungsweise:

Die Früchte sind vitamin- und mineralstoffreich. Himbeeren und ihre Zubereitungen können das ganze Jahr über eine gesunde Bereicherung des Speiseplans sein. Die Früchte stehen in ihrem Nährstoff- und Vitamingehalt den Zitrusfrüchten in nichts nach.

Die Blätter haben eine zusammenziehende, leicht antibakterielle und gewebestärkende Wirkung. Der Tee aus den Himbeerblättern wurde zur Kräftigung des Zahnfleisches, zur Blutreinigung, gegen Magen und Darmbeschwerden, bei Hautausschlägen traditionell in der Volksmedizin verwandt

Himbeerblättertee soll Schwangeren die Geburt und Wöchnerinnen das Kindbett erleichtern.

 

Verwendung:

Blätter: Schleimhautentzündungen, Durchfall

Saft: Fieber

 

Rezepte:

 

Morgen- Abendtee

Himbeerblätter       20,0g

Erdbeerblätter       10,0g

Brombeerblätter       5,0g

Waldmeisterkraut     5,0g

Zwei gehäufte Teelöffel auf 1/4l Wasser, mit kochendem Wasser übergießen, etwa 5 Minuten ziehen lassen, dann abseihen

Als Zusätze eignen sich auch: Thymian, Wacholderbeeren, Hibiskusblüten, Melisssenblätter, Hagebutten.

 

Himbeer-Mix mit Pfirsich

Zutaten für 2 Gläser: 1 TL Mandelblättchen, 125 g Himbeeren, 1 Pfirsich, 100 ml Orangensaft, einige Eiswürfel, 1 Stiel Pfefferminze

 

Zubereitung:

1. Mandeln in einer kleinen Pfanne ohne Fett goldgelb rösten; herausnehmen und beiseite stellen. Die Himbeeren waschen und trocken tupfen; einige Beeren als Dekoration beiseite legen.

2. Den Pfirsich mit kochendem Wasser überbrühen; die Haut abziehen und das Fruchtfleisch klein schneiden; zusammen mit den Himbeeren pürieren; den Orangensaft dazu gießen und verrühren.

3.Eiswürfel in die Gläser verteilen, Fruchsaft-Mix darüber gießen; Mandelblättchen darüber streuen; mit der Pfefferminze und den restlichen Himbeeren dekorieren.

 

Himbeer-Mascarpone-Schichtcreme für 4 Personen

Zutaten: 250 gr Mascarpone, 6 Esslöffel Himbeerlikör, 40 gr Zucker, 2 Esslöffel Zitronensaft, 100 ml Sahne, 250 gr Himbeeren, 40 gr Schokoraspel (Zartbitter), 75 gr Amaretti.

 

Zubereitung: Mascarpone, Likör, Zucker, Zitronensaft, Sahne (halb steif geschlagen) verrühren. Evtl. mit fl. Sahne oder mehr Likör verdünnen.

Die Hälfte der Creme in eine Schüssel geben, die Hälfte der Himbeeren drauf verteilen, darauf zerbröselte Amaretti und Schokoflocken. Dann die 2. Hälfte auf die gleiche Weise.

 

Fruchtiges Himbeer Mousse    Die Rezeptur ergibt 2 Liter Mousse, das reicht für ca. 20 Personen         

750 g Himbeermark (ca. 2 kg gefrorene Himbeeren), 500 g Schlagsahne, 250 g Creme fraiche, 200 g Joghurt natur, 150 g Puderzucker, Saft von 1 Zitrone, 1 Msp. Salz,  1/2 TL Vanillezucker, 8 Blatt Gelantine (nach Geschmack 4cl Himbeergeist)  

Zubereitung:

1. Himbeermark, Creme fraiche, Joghurt, Zitronensaft, Salz und Vanillezucker gut verrühren. 2. Die in kaltem Wasser eingeweichte, ausgedrückte weisse Gelantine mit 1 EL heißem Wasser auflösen. Einen kleinen Teil der Himbeermasse mit der Gelantine vermischen, danach die restliche Mischung schnell unterziehen. 3. Zuletzt die steife Sahne vorsichtig unter die Masse heben. Mindestens drei Std. im Kühlschrank kaltstellen. Mit einem, in warmes Wasser getauchten Esslöffel abstechen.