
lat. Bezeichnung: Capsella bursa-pastoris
Volksnamen: Bauernsenf, Herzkraut, Löffeli, Säcklikraut, Schinkenkraut, Schneiderbeutel, Taschenkraut, Blutkraut
Verwendete Pflanzenteile: das ganze Kraut
Inhaltsstoffe: Cholin, Acethylcholin, Tyramin, Gerbstoff
Sammelzeit: Juni-August das blühende Kraut
Der botanische Name kommt von lat. capsa = Tasche, bursa = Tasche und pastor = Hirt.
Die ein- bis zweijährige Staude kann bis zu 70 cm hoch werden, manchmal auch nur wenige Zentimeter, und ist an den herzförmigen Früchten zu erkennen die in der Form einer Tasche, wie sie die Hirten früher trugen, gleichen.
Blütezeit ist bei günstigen Bedingungen fast das ganze Jahr. Es ist eines der hartnäckigsten und unangenehmsten Unkräuter, pro Jahr bis vier Generationen möglich. Pro Pflanze sind bis 64.000 Samen möglich.
Diese Art kommt in ganz Europa vor und ist in Österreich sehr häufig. Als Standort werden Ruderalstellen, Äcker und Gärten bevorzugt. Es ist bis in die subalpine Höhenstufe verbreitet.
Das Hirtentäschel wächst dünn und unscheinbar an Wegrändern und wird kaum wahrgenommen, weil es so kleine Blätter hat. Wenn man es kennt, erkennt man es an seinen kleinen dreieckigen Täschchen.
Die bekannteste Heilwirkung ist die blutstillende Wirkung des Hirtentäschels. Daher wird nach Geburten auch gern Hirtentäscheltee getrunken um die Nachblutungen zu minimieren.
Wirkungsweise: blutstillend, gefäßregulierend, darm- und darmdrüsenanregend, gebärmuttermuskulaturanregend, blutreinigend, zusammenziehend, harntreibend, tonisierend, entzündungshemmend
Verwendung: Gebärmutterblutungen, Nasenbluten, Kreislaufschwäche, Darmträgheit, Wehenschwäche
Als Tee zubereitet hilft das Hirtentäschel sowohl gegen hohen als auch gegen niedrigen Blutdruck und zur Behandlung gegen Schuppenflechte und Ekzeme. Darüber hinaus besitzt es eine blutstillende Wirkung. Die Vitamin C-haltigen Blätter eignen sich mit ihrer Schärfe auch als Zutat zu einem Kräuterdip.
Rezepte
Zwei Teelöffel Hirtentäschelkraut mit 1/4l kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ausziehen, dann abseihen, regelmäßig 2 Tassen/Tag
Hirtentäschelkraut 10g, Weißdornblüten 10,0g, Baldrianwurzel 5,0g, Melissenblätter 5,0g
Zwei Teelöffel dieser Mischung mit ¼ l kaltem Wasser übergießen, 10 Stunden ausziehen, dann angewärmt schluckweise trinken
Hirtentäschelkraut zu gleichen Teilen mit Zinnkraut mische ergibt einen guten Tee bei Husten, Rheuma und Gicht