
wissenschaftlicher Name: Dipsacus sativus, Dipsacus fullonum, Dipsacus sylvestris
Pflanzenfamilie: Kardengewächse = Dipsacaceae
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel
Sammelzeit: Herbst und Frühjahr
volkstümliche Namen: Igelkopf, Immerdurst, Kardätschendistel, Kämme, Kratzkopf, Krempeltestel, Raukarde, Strähl, Tuchkart, Venusbecken, Walkerdistel, Weberdistel, Weber-Karde, Wilde Karde
INHALTSSTOFFE: Scabiosid (Glykosid), organische Säuren, Glucoside, Saponine
Volkstümlich wurde die Wilde Karde als Heilpflanze eingesetzt. Anwendungsgebiete sind rissige Haut, Furunkel, Afterfissuren und andere Hautleiden. Inhaltstoffe der Wilde Karde sind Glykoside (vor allem Scabiosid), Gerbstoffe, Saponine und organische Säuren. Eingesetzt werden die Blüten und Stängel, zubereitet in Salbenform oder als Extrakt.
Zubereitungen aus den Pflanzenwurzeln wirken beruhigend auf Magen und Darm, sowie verdauungsfördernd
Heilwirkung:
antibakteriell,
blutreinigend, harntreibend, schweisstreibend
Indikationen:
Borreliose, Immunsystem stärkend, Verdauungsschwäche, Magenschwäche, Gallenschwäche, Rheuma, Gicht, Ödeme, Kopfschmerzen, Hautkrankheiten, Furunkel, Sommersprossen, Warzen, Fingerwunden
Die Wilde Karde ist eine bis zu 1,50 m hohe, zweijährige Pflanze mit stacheligen Stängeln und Stielen des Blütenstandes. Die Grundblätter sind kurzgestielt und in einer Rosette angeordnet, die Stängelblätter sind in der Basis paarweise zusammengewachsen und am Rand gekerbt. Die Köpfchen sind eiförmig-länglich, etwa 5 bis 8 cm lang und blühen lilafarben Anfang bis Mitte Juli.
Die Wilde Karde benötigt stickstoffhaltigen, kalkreichen, humosen Boden; idealerweise Lehm- oder Tonböden in sonniger Lage. Die Wilde Karde gilt daher auch als Zeigerpflanze für Lehm. Oft siedelt sie auf trockenen Schuttböden, Ruinen oder Ödland. In Mitteleuropa findet man sie weit verbreitet und häufig, im Tiefland jedoch seltener und ab Höhen von 1.000 Meter gar nicht mehr. Die Wilde Karde ist nicht im Bestand gefährdet. Sie ist eine mediterrane Pflanze, welche von den Kanaren über Europa und Afrika bis in die Türkei vorkommt.
Der Name Dipsacus kommt aus dem griechischen "dipsa" = Durst: Nach Regen sammelt sich in den Trichtern der Stängelblätter das Wasser, das Vögeln oder Wanderern zum Durststillen dienen kann.
Anwendung
Die Kardenwurzel kann man als Tinktur oder Tee gegen Borreliose einsetzen, wenn eine Therapie mit Antibiotika nicht anschlägt oder auch begleitend zu einer Antibiotika-Behandlung.
Der Einsatzzweck der Karde gegen Borreliose ist hochinteressant, denn naturheilkundliche Methoden gegen diese Krankheit sind rar und selbst Antibiotika können oft nicht helfen.
Die Kardenwurzel soll auch generell eine Stärkung des Immunsystems bewirken.
Außer gegen Borreliose kann man die Kardenwurzel auch zur Stärkung der Verdauung und des Stoffwechsels anwenden. So kann die Karde auch gegen rheumatische Erkrankungen helfen.
Außerdem kann man die Karde gegen Kopfschmerzen einsetzen.
Die Tinktur wird am besten aus der frischen geernteten Wurzel hergestellt. Drei Wochen sollte man sie ziehen lassen, bevor man sie abseiht.
Von dieser Tinktur nimmt man dreimal täglich 5 - 50 Tropfen. Wolf-Dieter Storl empfiehlt als Dosis sogar drei Esslöffel dreimal täglich von dieser Tinktur.
Zusätzlich sollte ein gesunder Lebenswandel mit gesunder Ernährung, Schwitzbädern usw. eingehalten werden.
Aus der Kardenwurzel kann man auch einen Tee zubereiten.
Pro Tasse kocht man einen Teelöffel der zerkleinerten Wurzel kurz auf.
Äußerlich kann man Abkochungen aus der Kardenwurzel oder die verdünnte Tinktur gegen verschiedene Hautkrankheiten verwenden.
Sommersprossen sollen angeblich gebleicht werden und Warzen sollen schwinden.
Man kann sie auch gegen Furunkel und wunde Finger einsetzen.
Früher wurden die abgeblühten Blütenköpfe der Karde zum Kämmen ungesponnener Wolle verwendet, um sie anschließend besser spinnen zu können.
Diese Anwendung war bis ins 20. Jahrhundert hinein üblich. Inzwischen wird Wolle entweder maschinell gekämmt, oder man verwendet breite Kämme mit Metallzinken.
Auch zum Aufrauhen und dadurch Abdichten von fertig gewebtem Tuch wurde die Karde verwendet. Diese Art der Anwendung wurde schon in der älteren Eisenzeit (Hallstattzeit) durchgeführt, wie aus Ausgrabungen ersichtlich ist.
Die Karde ist in Europa heimisch. Sie ist keine Distel, sondern bildet eine eigene Pflanzenfamilie, obwohl der Name "Karde" eigentlich von "Carduus" (= Distel) hergeleitet wurde.
Die zweijährige Pflanze wächst gerne auf steinigem Grund, auf Überschwemmungsflächen, frischen Erdaufschüttungen, an Ufern und auf Weiden.
Zuerst wächst im Frühsommer eine Blattrosette mit länglichen, hellgrünen Blättern, die paarweise um neunzig Grad versetzt wachsen.
Aus der Rosette wächst im zweiten Jahr ein Stängel, der über zwei Meter hoch werden kann.
Direkt am Stängel wachsen jeweils zwei lange Blätter, die miteinander und dem Stängel verwachsen sind. Die Anwachststellen der Blätter bilden zusammen eine Art Gefäss, in dem sich bei Regen das Wasser sammeln kann. Möglicherweise dienen diese Wasserbecken dazu, Ameisen von Klettertouren am Stängel abzuhalten, und auf diese Weise Blattläuse zu verhindern.
Mit dem Wasser in den Blätterbecken können Wanderer ihren Durst stillen. Das ist wohl auch der Grund, warum die Pflanze "Dipsacus" heißt, denn "dipsa" ist griechisch und bedeutet "Durst".
Im oberen Bereich verzweigt sich der Stängel.
An den Spitzen trägt er stachelige Blüten, die längliche Eiform aufweisen. Die Stachelblüten sind zuerst grün und beginnen dann von der Mitte aus violett zu blühen. Die Blühzone wandert gleichzeitig nach oben und nach unten.
Später bleiben stachelige Blütenstände stehen, die früher zum Kämmen der ungesponnenen Wolle verwendet wurden.
Kardenwurzel-Kuren
Für den Fall der Borreliose empfiehlt sich eine Kur mit der Karden-Wurzel. Zum Beispiel als „Rosskur“: Während einer Fastenwoche (eventuell mit Rohkost) wird der Tee (1 TL/Tasse/bis zu 3xtgl.) schluckweise getrunken. Er ist allerdings äußerst bitter und darf nicht gesüßt werden. Nach einer Woche darf der Patient wieder beginnen, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Den Tee der Karden-Wurzel sollte er aber noch weitere zwei Wochen trinken. Es sei auch angezeigt, jeden Monat mit einer ein- bis dreitägigen Kur nachzubehandeln, wobei dann das Fasten nicht mehr unbedingt notwenig sei.
Eine andere
Möglichkeit der Verabreichung der Karde ist die Tinktur. Das
Herstellungsverfahren beschreibt Matthew Wood sehr einfach: Im Herbst, Winter
oder Frühling wird die Wurzel der zweijährigen Pflanze geerntet. Sie wird
gesäubert, sorgfältig zerkleinert, in ein Schraubglas gefüllt und mit Korn oder
Wodka übergossen. Nun muss der Auszug für drei Wochen an einem warmen Ort
mazerieren und schon ist er fertig. Bei der Dosierung beginne man mit drei
Tropfen, drei mal am Tag, wobei man die Dosis auch steigern könne auf bis zu
einem Teelöffel drei mal täglich.
Als Dauer der Kur empfiehlt Wood 3-4 Wochen. Günstig sei auch eine weiter
Einnahme der Tinktur in den folgenden 12 Monaten, allerdings nur einmal im Monat
für die Dauer von drei Tagen, was einem möglichen Vermehrungsschub der Borrelien
vorbeugen soll.
Heilungserfolge
Wood beschreibt Parallelen der Reaktion seiner Patienten auf die Einnahme der Kardentinktur: zunächst trete eine Symptomverschlechterung ein, begleitet von einem Hautausschlag, als wenn der Infektionsherd nach außen trete, woraufhin die vollständige Heilung erfolgte.