
Synonyme: Alliaria officinalis, Knoblauchhederich, Knoblauchrauke, Knoblauchskraut, Lauchhederich, Lauchkraut
Familie: Kreuzblütengewächse (Cruciferae (Brassicaceae))
Namensentstehung:
"Allium" ist der Name von Knoblauch. Vermutlich ist der Namen "Alliaria" an
Knoblauch angelehnt.
Verwechslung: Vor der Blüte mit Nesseln
Blütezeit: April - Juli
Vorkommen: Schattige Unkrautflure, Waldränder, Wege, Zäune, Parkanlagen, feuchte Böden in Sonne oder Halbschatten.
Verbreitung: In Europa weit verbreitet.
Sammelgut: Blätter mit Stängeln
Sammelzeit: März - Juni
Sammelvorschrift:
Die Blätter und
Stängel werden vor der Blüte gesammelt und entweder frisch verwendet, oder
getrocknet. Die Pflanze hat einen knoblauchartigen Geruch.
Inhaltsstoffe: Senfölglycosid (verantwortlich für den knoblauchartigen
Geruch), ätherische Öle, das Glukosid "Sinigrin", Mineralstoffe und weitere.
Anwendung:
In erster Linie wird die Knoblauchsrauke in der Küche verwendet. Frisch
gewaschen und geschnitten schmeckt sie sehr gut in Kräuterquark, in Soßen,
Suppen, zu Salaten oder gesalzen aufs Butterbrot. Man kann aus ihr sogar ein
leckeres Pesto machen. Aber auch zu Fleischgerichten macht sich die
Knoblauchsrauke ganz gut. Eigentlich kann man sie zu allem verwenden wo leichter
Knoblauchgeschmack und frische Kräuter zu passen. Sie passt auch prima in
Kräuterbutter oder Grillsaucen. Man kann zwar auch das getrocknete Kraut
verwenden, allerdings schmeckt es weniger gut, denn die Geschmacksstoffe in der
Knoblauchsrauke sind sehr flüchtig.
In Kräuterbüchern steht über die Knoblauchsrauke so gut wie gar nichts. Daher
gehe ich davon aus, dass ihre Verwendung als Heilkraut mit anderen Kräutern nie
mithalten konnte und unwichtig zu sein scheint. Sie soll heilungsfördernd,
entzündungshemmend, entwässernd und schleimlösend wirken. Häufig taucht ihre
Verwendung in Frühjahrskuren auf. Innerlich soll sie bei Bronchitis, Asthma und
Ekzemen sowie zur Blutreinigung verwendet werden.
Für einen Tee nimmt man 2 Teelöffel geschnittenes Kraut, übergießt mit 1/4 Liter
kochendem Wasser und lässt 5 Minuten ziehen
Äußerlich zur Wundheilung bei kleineren Verletzungen, Neuralgien, Rheumatismus
und bei Gicht. Hierfür verwendet man den Frischsaft oder das zerdrückte Kraut. .
Geschichtliches:
Früher oft in Bauerngärten kultiviert und als Gemüse verwendet. Im Mittelalter
soll die Knoblauchsrauke als Ersatz für Salz in Suppen verwendet worden sein und
fand wohl vor allem in der Küche der Armen Verwendung, denen das Geld für die
damals sehr teuren Gewürze fehlte.
Über Heilwirkungen findet man in Kräuterbüchern so gut wie gar nichts.