Gelbe Resede

lat. Bezeichnung: Reseda lutea L.

 

dt. Name:  Gelber Wau, Gelbe Resede, wilde Resede, Gelbkraut, Färber-Resede, Streichkraut

verwendete Pflanzenteile: Kraut

Inhaltsstoffe: Senföle, Flavone

Sammelzeit: Juni - August

Wirkung: beruhigend, schmerzstillend

Anwendung: Schlaflosigkeit, Unruhe, Quetschungen, Blaue Flecken

 

Die Resede wächst unauffällig am Wegrand oder auf Bahndämmen, wird auf den ersten Blick mit dem echten Steinklee verwechselt, aber beim näheren Hinschauen entpuppt sie sich als Blume mit Wohlgeruch. Kaum kennt heute einer noch die Resede, dabei war sie früher eine sehr beliebte  Gartenpflanze.

Selbst die alten Römer kannten schon ihre Heilwirkung und benannten sie sogar danach, denn "resedare" bedeutet soviel wie heilen, stillen, lindern  oder beruhigen. Aber im Laufe der Zeit geriet das Wissen um die Heilkraft der Pflanze fast in Vergessenheit. Nur eine wage Ahnung davon ist noch erhalten.

 

Anwendung:

Heute ist es schwierig herauszufinden, wofür die Resede von unseren Vorfahren verwandt wurde, einmal davon abgesehen, was schon das im Namen einen Hinweis darauf gibt (beruhigen, lindern). Die Heilwirkungen der Resede sind nahezu in Vergessenheit geraten, nur in alten Kräuterbüchern des ausgehenden Mittelalters finden sich noch einige Hinweise.  

In römischer Zeit war die Resede anscheinend eine beliebte Heilpflanze (siehe Zitat).

Sie wirkt beruhigend und schmerzstillend und wurde somit bei Schlafstörungen und Nervosität eingesetzt.

Äußerlich als Kompresse oder Umschlag aufgelegt soll die Resede gegen Quetschungen und Blutergüsse helfen.

Früher wurde die Resede auch zum Färben verwendet, denn man kann mit ihr gelb färben, daher hat sie auch ihren Namen Färberwau.

 

 

 

Von der Natur/ Krafft/ Wirckung und Eygenschafft deß Streichkrauts.
                            Es schreibet DIOSCORIDES unnd PLINIUS in angezogenen orten/ daß die beyde Kreuter CATANACES von den Thessalischen Weibern/ zu jhrer zeit allein zu der Bulschafft und Zauberey der Liebe gebraucht worden seindt/ also daß auch PLINIUS vor uberflüßig geacht hat weiter darvon zu schreiben. Derwegen auch ohn allen zweivel GALENUS unnd die anderen Griechischen Artzet/ solche Gewächs zu beschreiben underlassen/ unnd sie nicht würdig gehalten/ etwas davon zu gedencken/ als die im Gebrauch der Artzeney nicht bekannt/ so wöllen auch wir/ dieweil uns deren Kräfft und Wirckung in der Artzney unbekant/ uns darmit nicht viel bekümmern. Es gebrauchen gleichwol heutiges tages noch etliche alte Kupplerin diese Kreuter zu der Bulschafft/ unnd sonderlich das Streichkraut/ das sammlen sie zu jhren Würtzwischen/ unnd treiben allerhandt Segen/ Fantaseyen unnd Zaubrisch Gauckelwerck darmit/ welche doch den Christen verbotten/ unnd under jhnen dergleichen Zauberey mit der Lieb unnd Bulschafft nicht gefunden werden solte/ in ansehen daß auch die weisen Heyden ab solcher unehrbaren Lieb unnd zauberischen Bulschafft ein abscheuhen gehabt/ unnd dieselbige verdampt unnd verworffen haben/ under welchen der Poet OVIDIUS nicht der geringst gewesen/ ¨wie auß diesem einzigen Verß IN AMORIBUS SUIS zu sehen/ da er also spricht:

 

 

Aus: KRÄUTERBUCH VON JACOBUS THEODORUS "TABERNAEMONTANUS" ANNO 1625