Schafgarbe

 

lat. Bezeichnung: Achillea millefolium

 

Volksnamen: Achilleskraut, Bauchwehkraut, Blutstillkraut, Gachelkraut, Gänsezungen, Grützblume, Kachel, Katzenschwanz, Schafrippe, Schafzunge, Tausendblatt, Zangeblume, Feldgarbenkraut, Garbenkraut, Katzenkraut, Grundheil

 

Blütezeit: Juni bis Oktober
Sammelgut: Blütenstände und Kraut
Sammelzeit: Blütenstände im Juli bis August; Kraut im Mai bis Juni

 

Inhaltsstoffe: Proazulen, Ätherische Öle, Chamazulen, Kampfer, Achillein und andere Bitterstoffe

 
Anwendungsgebiete: Bei Einnahme: Appetitlosigkeit und dyspeptische (Verdauungs-) Beschwerden wie leichte, krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich; für Sitzbäder bei schmerzhaften Krampfzustände psychovegetativen Ursprungs im kleinen Becken der Frau.

 

Tee aus Gemeiner Schafgarbe wirkt krampflösend, entzündungshemmend, magenberuhigend und soll bei Frauenleiden helfen. Die heilende Wirkung beruht vor allem auf dem Gehalt an ätherischen Ölen, den Gerbstoffen und weiteren Inhaltsstoffen. Dadurch ist die Wirkung fast mit der Kamille vergleichbar. Der Cumaringehalt kann unter Umständen zu allergischen Reaktionen bei Hautkontakt mit den Schnittstellen der Pflanze führen.

Schafgarbe-Pflanzensaft hat sich bei der Behandlung von Beschwerden im Magen-Darm-Bereich bewährt. Aufgrund der cholergetischen Wirkung der Schafgarbe, d.h. durch die Anregung der Produktion von Gallensaft, können mit Schafgarbensaft Blähungen, Völlegefühl und Magen-Darm-Verstimmungen schonend gemildert werden.

 
Dosierung und Art der Anwendung:
Dosierung: Soweit nicht anders verordnet: Bei Einnahme: Tagesdosis 4,5 g Schafgarbenkraut, 3 Teelöffel Frischpflanzenpreßsaft, 3 g Schafgarbenblüten ; Zubereitungen entsprechend für Sitzbäder: Tagesdosis 100 g Schafgarbenkraut auf 20 l Wasser.
Art der Anwendung: Zerkleinerte Droge für Aufgüsse sowie andere galenische Zubereitungen zum Einnehmen und für Sitzbäder, Frischpflanzenpreßsaft zum Einnehmen.
 

Magen-Darmtee:

Schafgarbe (Herba Millefolii)            30,0
Kamille (Flores Chamomillae)            50,0
Pfefferminze (Flores Menthae pip.)    50,0

 

Schafgarben - Limonade

Handvoll Schafgarbe, nur Blüten

1  Zitrone(n), unbehandelt

125 g Zucker

Liter Wasser

Die Blüten kurz abspülen. Den Zucker im Wasser auflösen. Die Blüten zusammen mit der in Scheiben geschnittenen Zitrone zufügen und alles über Nacht ziehen lassen.
Gut gekühlt servieren.

 

Wohlfühltee

Handvoll Blüten vom Rotklee

Handvoll Brennnesseln

Handvoll Zitronenmelisse

90 g Blätter der Schafgarbe

90 g Thymian

180 g Minze

120 g Fenchel

180 g Majoran

120 g Salbei

120 g Blätter vom Holunder

120 g Ringelblumen

Alles trocknen, mischen und in eine Dose füllen.
1 geh. Teelöffel reicht für 1 Becher Tee. Insgesamt reicht die Menge für ca. 50 Teeportionen.

 

In China wurden die Stängel der Schafgarbe zu Orakelzwecken verwendet, um Hexagramme zu bestimmen. Darüber hinaus kann die Pflanze dort auch einen Gelehrten symbolisieren.

 

Namensherkunft

Der Gattungsname Achillea geht auf Achilles, den sagenhaften Helden des trojanischen Krieges zurück, der die Pflanze als Droge entdeckt und zur Wundheilung verwendet haben soll, während der Artname millefolium (= Tausendblatt) auf die fein zerteilte Blattspreite anspielt.

 

Besondere Hinweise:
  • Während des Gebrauchs von Schafgarbe soll Wein und Kaffee gemieden werden, da sonst starke Kopfschmerzen entstehen.

  • Gegenanzeigen treten auf bei Überempfindlichkeit gegen Schafgarbe und andere Korbblüter.