Seifenkraut

Lateinische Bezeichnung: Saponaria officinalis
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Volksnamen: Hustenwurzel, Rote Seifenwurzel, Waschlaugenkraut
Vorkommen: Das Seifenkraut siedelt gerne auf lockeren, leicht feuchten Böden, so dass wir es am ehesten an Gräben, Bachläufen, auf Kiesbänken, in Auwäldern oder auf Ruderalplätzen finden. Die dreinervigen, lanzettlich langen Blätter laufen in einer Spitze aus und stehen am aufrechten, leicht flaumig behaarten Stängel gegenständig. Die zumeist blaß-fleischfarbenen und seltener weißen Blüten, bilden lockere Gruppen am Stängelende. Die buschig verzweigte Pflanze ist mehrjährig und kann bis zu 80 cm hoch werden. Der Pflanzenstängel entwächst einem gut fingerdicken und runzeligem Wurzelstock, der sich mehrfach verzweigt und außen dunkelbraun, innen jedoch gelbfleischig ist.
Brauchtum: Seinen Namen verdankt das Seifenkraut der Tatsache, dass sich Schaum bildet, wenn man seine Blätter im Wasser zerreibt. Im Mittelalter wurde damit auch tatsächlich gewaschen (und heute wird Seifenkraut zur Herstellung von Fleckenwassern und Reinigungsmitteln verwendet).
Die Pflanze ist auch pilzfeindlich; so kann man Auskochungen der Wurzeln für Umschläge bei Hautkrankheiten verwenden. Das taten arabische Ärzte schon vor vielen hundert Jahren. Sie setzten das Seifenkraut sogar gegen Lepra ein.
Verwendete Teile
Das durch seine kriechenden Ausläufer schwer auszurottende Unkraut wächst in Vorderasien ebenso wie in fast ganz Europa. Die rotbraunen, innen gelben Wurzeln werden zeitig im Frühjahr oder spät im Herbst ausgegraben. Man sollte sie schnell trocknen, am besten bei 50 Grad im Backofen.
Kraut wird zur Blütezeit geerntet, es sollte rasch getrocknet werden.
Wirkstoffe: Saponine, Flavonoide, Ätherische Öle
Wirkung: Das Seifenkraut ist ein typischer Vertreter der auswurffördernd wirkenden Saponinpflanzen. Es wirkt schleimlösend bei Bronchitis, dazu harn- und schweißtreibend. Husten, Bronchitis, Blutreinigung, Hauterkrankungen
Die Saponine wirken sekretolytisch, in größeren Dosen führen sie zu Brechreiz.
Verwendung: Trockene Bronchitis, Magen-Darmschwäche, Bauchspeicheldrüsenunterfunktion, Darmträgheit, Blutreinigung
Rezepte
Tee:
1 TL Wurzeln - mit 1/4 l kaltem Wasser übergießen - nach einigen Std. kurz aufkochen - abseihen und auspressen. Tägl. 2 Tassen trinken.
Umschlag:
Teeaufguß mit gleicher Menge Kamillentee mischen.
Antiseptisch wirkende Teemischung zur Verbesserung der Wundheilung:
Arnikablüten 20g, Johanniskraut 20g, Kamillenblüten 20g, Seifenkraut 20g, Thymian 20g
1-2 El der Mischung auf eine Tasse Wasser, als Aufguss zubereiten, abseihen, lauwarm oder erkaltet zu Auflagen und Verbänden benutzen.
siehe auch:
http://naturmedizin.lauftext.de/seifenkraut.htm