Stechapfel
Lat. Bezeichnung: Datura stramonium
Familie: Solanaceae, Nachtschattengewächse
Volksnamen: Asthmakraut, Kratzkraut, Schwarzkümmel, Stachelnuss, Teufelsapfel, Weisser Stechapfel
Erntezeit: Juni - September
Standort: Schuttflächen, Wegränder, Ödland
Verwendete Teile: Folium (Blatt), Samen
Beschreibung: Einjährige, sehr kräftige, bis 1,5 m hohe Pflanze mit aufrechtem, reich verzweigtem Stengel.
Die gestielten Blätter eiförmig, ca. 20 cm lang, 15 cm breit, am Ende zugespitzt, an der Basis keilförmig. Blattrand buchtig-gezähnt, Oberseite hellgrün, Unterseite etwas dunkler.
Die weißen trichterförmigen, fünfzipfeligen Blüten stehen einzeln in den Blattachseln in einem röhrigen, fünfzipfeligen Kelch. Blüten öffnen sich abends.
Inhaltsstoffe: Alkaloide: Hyoscyamin, Scopolamin, Flavonoide
Wirkung: beruhigend bei Krampfhusten, krampflösend bei Asthma
1. Stramonii folium
Aufgrund nicht ausreichend belegter Wirksamkeit und dem schwankenden Alkaloidgehalt wird die Anwendung der Droge heute abgelehnt. In der Veterinärmedizin werden Drogenzubereitungen bei Brechreiz verabreicht. In der traditionellen Heilkunde dient die Droge zur Behandlung von Asthma, Krampfhusten, Pertussis und bei inneren Erkrankungen mit vegetativer Verstimmung. Auch auf die Nutzung in rauscherzeugenden Zubereitungen sei hingewiesen.
2.
Stramonii semen
Aufgrund nicht ausreichend belegter Wirksamkeit und dem schwankenden Alkaloidgehalt wird die Anwendung der Droge heute abgelehnt. In der Volksheilkunde erfolgt die Anwendung in Analogie zu Stramonii folium.
Die Pflanze kam erst im 16. Jh. nach Europa und Deutschland, verbreitete sich dann aber rasch. In den mittelalterlichen Kräuterbüchern wird nur Datura metel abgebildet. Die medizinische Verwendung wurde erst seit ca. 1762 empfohlen, obwohl bereits früher Datura in so genannten Hexentränken und Initiationsritualen verwendet wurde. In Mexiko spielt die Pflanze dagegen seit dem Altertum eine bedeutsame Rolle als Medizin. Die starken betäubenden Eigenschaften waren Ursache für die Nutzung in Drogenzubereitungen für kultische Handlungen und medizinische Eingriffe. Der Gattungsname Datura ist arabischen Ursprungs, während sich stramonium aus dem griechischen strychnon und manikon (Wahnsinn) zusammensetzt. Den deutschen Namen erhielt die Pflanze wegen ihrer stachligen Frucht. Besonders die Samen dienten früher nicht selten für Mord- und Selbstmordversuche. Mitunter benutzten Kriminelle Aufgüsse der Samen zur Betäubung ihrer Opfer.
Rezepte
Weihrauch um Visionen zu erschauen (nach Jeanne Rose)
Man nehme gleiche Teile
Sandelholz
Hanfblütenstände (Cannabis indica oder sativa)
Stachapfelsamen
Eine Prise Veilchenwurzel
Und parfümiere mit Sandelöl, Benzoe und Tolubalsam. Man vermische alles und gebe es in die Räucherpfanne. Das Ritual muss in einem nur von schummrigem Licht erleuchteten, verschlossenen Raum stattfinden