Wegwarte

Lateinische Bezeichnung: Cichorium intybus

Volksnamen: Wegleuchte, Wilde Zichorie, Hindlauf, Rattenwurz, Sonnenwirbel

Verwendete Teile:

Blühendes Kraut: Juli-September

Wurzeln: März/April, September/Oktober, werden zum Trocknen gründlich gewaschen, halbiert und an einem luftigen Ort zum Trocknen ausgelegt

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe (Intybin, Inulin), Kalium, Gerbstoff, Kautschuk, Glycoside, Eiweiß, Mineralsalze, Fettsubstanzen, Vitamin B, C, P und K, Aminosäuren, Kohlenhydrate

Wirkungsweise: verdauungsfördernd, stoffwechselanregend, abführend, appetitanregend, blutreinigend, fiebersenkend, gallentreibend, harntreibend, tonisch und magenwirksam und fördert die Gallensekretion. Auch Hautleiden, die von einer schlechten Leberfunktion herrühren, können mit Zichorie behandelt werden.

Verwendung: Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Schwäche, Magensäuremangel, Leber-Galle-Leiden, Hämorrhoiden, Krampfadern, Niereninsuffizienz, Blutreinigung, Hautkrankheiten

 

In der Küche wurden früher Wurzeln als Kaffeeersatz gebraucht. Als Zichorienkaffee war er in Kriegs- und Notzeiten bekannt. Ebenso galt die Wurzel als Notgemüse für hungrige Zeiten.

Die blauen Blumen der Wegwarte wurden in der Volksmedizin  zur Heilung von Schwermut und Melancholie verwendet.

 

Es war einmal eine junge Frau, deren Liebster musste in die Ferne ziehen. Es vergingen Jahre, doch er kam nicht wieder. So bestand der Vater darauf, dass seine Tochter einen anderen heiraten solle. Die junge Frau aber wollte lieber den Rest ihres Lebens am Wegesrand sitzen und auf ihren Schatz warten.

So wartet sie noch immer - fast überall in Europa vor allem an Wegesrändern - die "Wegwarte". Eine zähe, zunächst recht unscheinbare Pflanze, bis sich ihre wunderbaren blauen Blüten öffnen - meist übrigens nur vom frühen Morgen bis gegen Mittag.

 

Wenn man die Blüten in einen Ameisenhaufen legt, färben sie sich blutrot - was der Pflanze einst den Ruf besonderer Tugendhaftigkeit bescherte. Das "Wunder" erklärt sich heute damit, dass die Blüten Lackmus enthalten, das bei Verbindung mit Säure - in diesem Fall Ameisensäure - rot wird.

 

Die zur Familie der Korbblütler also Compositae gehörende Zichorie wird auch "Preußischer Kaffee" genannt, denn schon seit mindestens dem 17. Jahrhundert wurde aus den gerösteten Wurzeln Kaffee-Zusatz oder -Ersatz hergestellt. Die als Chicorèe bekannte, weitaus weniger bittere Kultursorte und die nahe Verwandte der Wegwarte, die Winterendivie, sind beliebte Salatgemüse. Auch die im Dunkeln gezogenen Triebe des Chicoreé wirken ähnlich wie die Wegwarte noch stark wassertreibend.

 

Die Wegwarte ist seit dem Altertum eine beliebte Heilpflanze bereits im 4. Jahrhundert vor Christus wurde sie in einem Papyrustext erwähnt. Schon im alten Ägypten wurde sie als Gemüse verzehrt und zur Herstellung von Zaubertränken verwendet.

Außerdem bindet die Wegwarte in all ihren Formen Schwermetalle wie Blei, Kadmium oder Quecksilber, so dass diese Stoffe nicht ins Blut gelangen, sondern über den Darm ausgeschieden werden.

 

 

Rezepte 

 

Wegwartensuppe

Geputzte und gewaschene Wegwartenblätter in Salzwasser 15 Min. kochen lassen. Abschütten und grob hacken. Dann das Gemüse in Butter andünsten, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuß abschmecken und mit Fleischbrühe auffüllen und 30 -45 Min. kochen lassen. Mit Eigelb legieren und über gerösteten Semmelwürfel anrichten.

 

Tee

Abkochung von Kraut und Wurzel, 1 Teelöffel auf eine Tasse Wasser. 2 mal täglich je eine Tasse trinken. Ist eine Wohltat für chronische Raucher, hilft bei Leberproblemen. Die Wurzelabkochung wird besonders für Zuckerkranke zur Senkung des Blutzuckerspiegels empfohlen.

 

Wegwarten-Zucker

Wegwarten-Blüten im Verhältnis 1:4 mit ungebleichtem oder Rohrzucker verreiben, einige Zeit in die Sonne stellen und dann dunkel und kühl aufbewahren. 1-2 Teelöffel davon pro Tag einnehmen. Stärkt das Herz.