Wiesenschaumkraut

lat. Bezeichnung: Cardámine pratensis L.

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae, Cruciferae)

 

Volksnamen: Bettbrunzer, blaue Brunnenkressich, Hungerblume, Fleischblume, Harnsamen, Kuckucksblume, Maiblume, Marienblume, Schaumkraut, Storchenschnäbeli, Strohblume, Wasserkraut, Wilde Kresse

 

Blütezeit: April - Juli

Vorkommen: Wiesen, feuchte Rasen, Wegränder, Ufer und lichte Wälder

Verbreitung: Eurasien, Nordamerika

Sammelgut: Ganzes Kraut

Sammelzeit:  April - Mai

Sammelvorschrift:
Die Pflanze wird mit einer Schere abgeschnitten und frisch verwendet. Beim Trocknen verliert das Wiesenschaumkraut die Senföle.

 

Inhaltsstoffe:
Ätherische Öle (Senföl), Bitterstoffe, Glucosinolate (Glucocochlearin), Glykoside, Mineralstoffe (Kalium, Magnesium, Schwefel), Spurenelemente (Eisen), Vitamine (Vitamin C)

 

Anwendung:
Wiesenschaumkraut wirkt stärkend und belebend, sowie blutreinigend. Es regt Leber und Niere an, hilft bei Unterleibsschmerzen und Rheuma, Blutarmut, Hautausschlägen, gegen Abwehrschwäche, Wassersucht oder Zuckerkrankheit (Diabetes)

 

Beschreibung:
Die grundständigen Blätter bilden eine Rosette und unterscheiden sich von dem weit einfacheren Stängelblättern durch ihre rundlichen, ausgeschweiften Einzelblättchen. Die Fiederblättchen der Stängelblätter sind dagegen länglich, linealisch und ganzrandig. Diese grundständigen Blätter entwickeln manchmal auf dem endständigen Fiederchen kleine Knospen, die Blätter und Wurzeln bilden und beim Verwelken das Mutterblattes zu selbstständigen Pflänzchen werden. Die lilafarbigen Blüten des Wiesenschaumkrauts wachsen in Trauben und haben vier grüne Kelchblätter, von denen zwei, sackartig nach unten verlängert, als Honigbehälter dienen, indem der Nektar, den die bei den kurzen Staubgefäßen sitzenden Honigdrüsen absondern, sich in ihnen sammelt. Innerhalb der Kelchblätter stehen, wiederum kreuzweise, die vier Kronenblätter. Die Blüte hat sechs Staubblätter, von denen vier lang sind und zwei kürzere seitlich nach außen abstehen. Der Griffel ist kurz und entwickelt sich zu einer langen, schmalen Schote, die durch eine dünne Scheidewand in zwei Fächer geteilt ist. In jedem Fach trägt sie eine Reihe kleiner Samen.

 

Der Name stammt von dem Schaum, den man des öfteren an der Pflanze findet. Dieser Schaum stammt von der Larve der Schaumzirkade, die den saftigen Stängel des Wiesen-Schaumkrauts anbohrt und sich mit dem von ihrem Körper umgewandelten Schaum ein gegen Feinde gut geschütztes Nest baut. Auch erinnert das blühende Kraut auf einer Wiese an kleine Schaumkämme.

Das Wiesenschaumkraut galt im bäuerlichen Brauchtum als Ernteanzeiger und Wetterbote. Wächst viel Schaumkraut, so gibt es später im Jahr wenig Heu. Daher auch ihr Name Hungerblume

 

Verwechslung:
Wird manchmal mit der Schafgarbe verwechselt

 

Rezepte

Innerliche Anwendung:

2 TL Kraut - mit 1/4 l heißem Wasser übergießen - nach 10 Min. abseihen. Tägl. mehrere Tassen (warm) trinken.

Presssaft
zerdrückte Pflanze in ein Tuch geben - fest auspressen. Tägl. 3 EL einnehmen.

Rheumabeschwerden:
2 EL Kraut - mit 150 ml heißem Wasser übergießen - nach 10 Min. abseihen. Ein Leintuch (Küchenhandtuch) tränken und auf die schmerzende Stelle legen.

Die Blütenessenz des Wiesenschaumkraut soll zu uraltem, verschütten Wissen Zugang verschaffen. Sie soll gegen die Entfremdung von sich selbst helfen und zur Bedeutung der Ahnen und zum Verständnis ihres Wissens verhelfen.

Frühlingsblumenaufstrich

1 kl. Strauß Wiesenschaumkraut
1 kl. Zwiebel
250 g Topfen (Quark)
etwas Milch
Sahne
Salz und Pfeffer

Das Wiesenschaumkraut waschen, Zwiebel und Wiesenschaumkraut fein hacken. Den Quark mit Milch glattrühren und Zwiebel und Wiesenschaumkraut dazumengen. Etwas Sahne schlagen und unterheben.

Den Aufstrich nach Bedarf salzen und pfeffern, vor dem Anrichten mit Blüten und Samenständen bestreuen.

 

Wiesenschaumkraut-Fitness-Cocktail

20 Gramm pürierte Wiesenschaumkraut-Blätter (20 Gramm)
125 ml Kefir
125 ml frisch gepresster Orangensaft

Zutaten miteinander mischen und trinken. Soll gegen Frühjahrsmüdigkeit helfen.

 

Wildgemüse Knödel

6 Handvoll voll Wildkräuter, wie Brennnessel, Girsch, Wegerich, Löwenzahn, Pastinake, Bärlauch und Wiesenschaumkraut
Etwas Butter
1 Ei
1 1/3 Eßl. Haferflocken
1 1/2 Eßl geriebener Käse
Salz, Pfeffer
Lungenkrautblüten zum Garnieren

Kräuter gründlich wachen, kurz in Butter anbraten und mit Wasser ablöschen. Kräuter abtropfen lassen und mit dem Wiegemesser zerkleinern oder durch den Mixer geben. Mit Ei, Haferflocken und Käse mischen und nach Belieben würzen. Mit dem Löffel kleine Knödel formen und in eine beschichtete Pfanne geben. Goldbraun anbraten. Mit Lungenkrautblüten garnieren

 

Wiesenschaumkrautsalat

150 g gehacktes frisches Wiesenschaumkraut (Blätter, Knospen, Triebe)
1 EL Zitronensaft
1 EL Sahne
2 EL Creme fraiche
1 Prise Salz

Wiesenschaumkraut gründlich waschen, "schleudern" und hacken.
Aus Zitronensaft, Creme fraiche und Sahne eine Marinade rühren und mit Salz abschmecken. Wer mag kann Pfeffer zufügen. Das Kraut mit der Marinade mischen.
Passt gut zu herzhaften wie Bratkartoffeln etc.
Wer's nicht so kalorienbehaftet mag, nimmt Jogurt oder Kefir mit einem kleinen Schuss Sahne.