
lat. Bezeichnung: Equisetum arvense
Volksnamen: Schachtelhalm, Zinnkraut, Katzenschwanz, Katzenwedel, Kammenkraut, Fegekraut
Verwendete Pflanzenteile: Sommertriebe oder das ganze Kraut
Inhaltsstoffe: Kieselsäure, Saponine, Gerbstoffe, Flavone, Kalzium, Kalium, Magnesium, weitere Spurenelemente
Eigenschaften: blutstillend, zusammenziehend, wassertreibend, kräftigend, gewebefestigend, schleimlösend
Sammelzeit: Mai - Juli
Im Frühjahr ist der Schachtelhalm eine blassgelbliche stängelartige Pflanze, die nach kurzer Zeit verschwindet. Die Spitze enthält die Sporen, mit denen sich der Schachtelhalm fortpflanzt(siehe Foto links).
Der Frühlingstrieb des Schachtelhalms enthält gar kein Chlorophyll und ernährt sich ausschließlich aus seinem Wurzelgeflecht. Der Zweck des Frühlingstriebs ist ausschließlich die Fortpflanzung. Nach der Fortpflanzung sterben die Frühlingstriebe ab. Im Mai wachsen dann die grünen Sommertriebe, die 10 - 50 cm hoch werden.
Die Gestalt der Sommertriebe erinnert an kleine Nadelbäume; sie haben einen Stängel, von dem quirlförmig grüne "Zweiglein" abstehen.
Diese Stängel ersetzen die Blätter. Gute Schachtelhalme haben keine braunen Stellen; die braunen Stellen sind ein Hinweis darauf, dass der betroffene Schachtelhalm leicht giftig ist!
Die Abteilung enthält nur die Gattung Schachtelhalm (Equisetum), deren Arten mit Ausnahme einer tropischen Art nicht höher als 1,2 Meter werden.
Schachtelhalme wachsen oft auf feuchten Böden oder gar im Wasser. Der Acker-Schachtelhalm gilt als Ackerunkraut, ist aber auch eine bedeutsame Heilpflanze. Der Schachtelhalm wächst in Europa und Nordasien und ist weit verbreitet. Er wächst auf Feldern, Wiesen, Äckern und Wegrändern.
Schachtelhalme sind mehrjährige Pflanzen, die sich vegetativ von ihrem Rhizom ausbreiten.
Sie sind leicht an ihren Sprossen zu
erkennen. Jeder Spross ist aus einer Reihe von Knoten mit dazwischenliegenden
Internodien aufgebaut. An jedem Knoten entspringen unscheinbare Blätter, und bei
manchen Arten auch Seitensprosse.
Der Name Schachtelhalm rührt daher, dass man die Sprossachse aus der von den Blättern gebildeten Scheide herausziehen und wieder zurückstecken kann. Rhizome werden bis 6m lang. Die Vermehrung ist durch Ausläufer und sogar durch einzelne, zerhackte Sprossstücke möglich.
Die Sporen befinden sich in zapfenförmigen Sporophyllständen an der Sprossspitze; sie kommen als Mikrosporen und Makrosporen (Heterosporie) vor. Manche Arten haben die Sporophyllstände an den grünen Sprossen, andere haben spezielle (nicht grüne) Sprosse ausschließlich für die Vermehrung.
Eine Eigenart der Schachtelhalme ist die Einlagerung von Silikat (als Ligninersatz) in die Zellwand. Pflanze enthält bis zu 7 % Kieselsäure. Diese Einlagerungen machen Schachtelhalme zu einem sanften Scheuermittel (Zinnkraut).
Als Arznei werden die unfruchtbaren Sommerwedel als harntreibendes Mittel verwendet, bei Rheuma, Entzündungen, Nierenleiden, Harngrieß; früher auch bei TBC. Nach Kneipp sehr zusammenziehende Kraft, reinigt Blut, Magen, Nieren und Blase, auch äußerlich reinigend und zusammenziehend bei Ausschlag und Wunden.
Verwendung:

Niereninsuffizienz, Nierensteine, Nierenbluten, nicht akute Nierenentzündungen, Blasenentzündungen, Blutungen, Durchblutungsstörungen (lokale), Frostbeulen, Krampfadern, rheumatische Beschwerden, starke Menstruation, Ausfluss, Ekzeme, schlecht heilende Wunden
Innerlich wird der Schachtelhalm meist als Tee verwendet.
Der Tee muss als Abkochung zubereitet werden und mindestens 30 Minuten kochen, damit sich die Kieselsäure aus den Pflanzen lösen kann. Auf 1 Tasse Wasser gibt man 3 Teelöffel des geschnittenen Krautes.
Den Tee kann eingesetzt werden, wenn man seinem Harnapparat oder seinem Bindegewebe etwas Gutes tun will. Zur Anregung der Nierenfunktion trinkt man morgens 1-2 Tassen des Tees. Zweckmäßig ist auch die Anwendung des frischen Presssaftes, den man mit Wasser verdünnt teelöffelweise einnimmt.
Zur Blutstillung eignet sich am besten der frische gepresste Saft.
Zur äußerlichen Anwendung ist der Schachtelhalm als Voll-, Teilbad, Wickel oder Auflage geeignet. Je nach Bedarf wird eine größere Menge Tee gekocht.
Als Badzusatz wird der Tee mit Wasser verdünnt. Für ein Vollbad muss man aber schon mit ungefähr 150 g Schachtelhalm rechnen.
Bei Ekzemen, Geschwüren usw. werden die Wickel und Auflagen in den Tee getaucht und auf die betroffenen Stellen aufgelegt.
Rezepte
Zinnkrauttinktur bei Bindegewebsschwäche
Eine Handvoll möglichst frisches (es geht auch getrocknetes) Zinnkraut mit soviel Korn übergießen, dass die Droge gut Bedeckt ist. Für mindestens 3 Wochen an einem warmen Platz stellen. Immer darauf achten, dass die Kräuter gut einen Zentimeter mit dem Korn bedeckt sind. Gegebenenfalls Korn nachfüllen. Abfiltern und täglich 10-20 Tropfen einnehmen.
Schachtelhalm 10g, Lindenblüten 10g, Malvenblüten 10g, Spitzwegerich 10g, Fenchelfrüchte 5, Holunderblüten 5, Thymian 5g
2 Teelöffel dieser Mischung mit ¼ l kochendem Wasser übergießen , 15 min ziehen lassen und abseihen. 2-3 Tassen Tee täglich ist die richtige Dosierung. Mit Honig (außer Diabetiker) süßen
Zinnkrautwein zur Kräftigung des Bindegewebes
Eine Handvoll frisches Zinnkraut in 0.7Liter trockenem Weißwein aufkochen, nach einer Woche abfiltern und alsbald verwenden. Ein Gläschen nach den Mahlzeiten trinken.